Thema:

Beste Schulen, beste Bildung

Die von der FDP verwirklichte Vielfalt der Schulformen muss erhalten bleiben.

Die Stadt Gießen als Schulträger ist für den Erhalt der baulichen Substanz und das Bereitstellen der Ausstattung der Gießener Schulen zuständig.  Zur Verbesserung der Lernbedingungen müssen wir auch in den kommenden Jahren in erheblichem Umfang Haushaltsmittel für den Erhalt der Bausubstanz der Gießener Schulen einsetzen. Dabei muss auch den hohen Sicherheitsstandards öffentlicher Gebäude Rechnung getragen werden. Bei allen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten muss gewährleistet sein, dass alle Schulgebäude Gießens für inklusiven Unterricht ausgestattet sind.

Die schnellstmögliche Sanierung der Herderschule muss unter kontinuierlicher Information der Eltern erfolgen.

Der Ausbau der räumlichen und sächlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb ist fortzuführen. Eine aktive Mithilfe von Eltern und Fördervereinen ist dabei durchaus wünschenswert; die Verantwortung für den Zustand der Schulen aber trägt die Stadt allein und muss dieser auch gerecht werden.

Gießener Schulstruktur muss Vielfalt bieten

Die Freien Demokraten setzen sich weiter für ein breites Angebot unterschiedlicher Schulformen ein, und wird diese Vielfalt bei der nächsten Fortschreibung des Schulentwicklungsplans erneut festschreiben. Die Entscheidung über die Form einer Schule, ob sie als additive oder integrierte Gesamtschule arbeiten oder ein Gymnasium oder eine Haupt- und Realschule oder eine Mittelstufenschule sein will, entscheidet die Schulgemeinde in Abstimmung mit dem Schulträger. Dieser ist dann für die Festlegungen im Schulentwicklungsplan verantwortlich. Dem Wunsch der Schulgemeinden soll  Rechnung getragen werden. Die im Schulentwicklungsplan für die Gießener Schulen festgeschriebenen Jahrgangsbreiten sind einzuhalten.

Stadtteilschulen erhalten

Der Schulträger hat - in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt - dafür Sorge zu tragen, dass die Stadtteilschulen in Gießen in ihrem Bestand nicht gefährdet werden. Dafür muss Gießener Schülern garantiert werden, die Gießener Oberstufe ihrer Wahl besuchen zu können. Nur durch eine solche Garantie kann erreicht werden, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler bereits zur 5. Klasse in die Innenstadtschulen strömen.

Grundschulen erhalten

Gerade jüngere Kinder brauchen den Kontakt zu ihrem Umfeld. Grundschulen müssen daher wohnortnah erhalten bleiben ("Kurze Beine - kurze Wege"). Um dies zu gewährleisten, werden wir Raum- und Lehrangebot vorausschauend an die jeweilige Entwicklung der Schülerzahlen und Schulsituationen anpassen und begrüßen auch Modelle wie z.B. jahrgangsübergreifenden Unterricht. Familienfreundliche Betreuungsangebote an allen Gießener Grundschulen ermöglichen es Eltern berufstätig zu bleiben und ihre Kinder gut und verantwortungsvoll betreut zu wissen. Gestattungsanträgen der Eltern ist insbesondere dann Rechnung zu tragen, wenn bei Genehmigung des Gestattungsantrages der Schulweg sich verkürzt oder die Überquerung einer Hauptverkehrsstrasse vermieden werden kann.

Mittelstufen

Die Umwandlung der Alexander-von-Humboldt-Schule in eine Mittelstufenschule war ein erster Schritt in eine richtige Entwicklung. Die FDP will sicherstellen, dass keiner der vorhandenen Schulstandorte der Stadt Gießen geschlossen wird. Dies kann nur wirklich gewährleistet werden, wenn Haupt- und Realschulen und berufliche Schulen sowie das örtliche Handwerk noch stärker zusammenarbeiten als bisher und neue Wege der Berufsorientierung gehen. Nur so kann es gelingen, einerseits Haupt- und Realschulabgängern eine faire Ausbildungschance zu eröffnen und andererseits den Nachwuchsbedarf des örtlichen Handwerks zu bedienen.

Oberstufen

Mit den verschiedenen Schwerpunkten bereichern die Oberstufen der allgemeinbildenden – und vor allem auch der beruflichen Gymnasien unsere Schullandschaft und erweitern die Wahlmöglichkeiten der Eltern und ihrer Kinder. In den Oberstufen sind die Jahrgangsbreiten, die im Schulentwicklungsplan festgeschrieben sind, genauso einzuhalten, wie in der Mittelstufe. Nur so kann sichergestellt werden, dass aufgrund von zu geringen Jahrgangsbreiten die Möglichkeiten der Kurswahl an einzelnen Schulen nicht zu sehr eingeschränkt werden.

Berufliche Schulen

Berufliche Schulen sind unter anderem als ein Partner im dualen System der Berufsausbildung ein wichtiger Teil des deutschen Bildungssystems: Ihrer Bedeutung muss durch eine wirklich moderne Ausstattung Rechnung getragen werden. Dies gilt für Räume für den Fachunterricht und den allgemeinbildenden Unterricht gleichermaßen.

Inklusive Schulen / Förderschulen

Zur Vielfalt der Schulformen in Gießen gehören auch Schulen, die es Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen ermöglichen, besonders gefördert zu werden. Inklusive Schulen sollen dort entstehen, wo ein entsprechender Bedarf ist. Neben dem sukzessiven Ausbau eines inklusiven Angebots an allgemeinbildenden Schulen werden wir die Förderschulen beibehalten. Wir sehen für diese Schulen trotz der inklusiven Schule auch in Zukunft ein Bedürfnis. Die Entscheidung über die Schulform muss sich allein am Wohl des Kindes orientieren. Eine wohnortnahe Schule ist gerade für Menschen mit Behinderungen wichtig; deshalb darf es keinen Schülertourismus zu Förderschulen geben.

Ganztagsschule nach Maß

Das Ganztagsangebot in Gießen ist weiter zügig auszubauen. Dazu gehört neben der ganztägigen Betreuung der Kinder auch die Ausstattung mit Bibliothekshilfskräften durch den Schulträger. Dabei darf keine Schule benachteiligt werden. Staatliche Förderprogramme sind auszuschöpfen. Die Einführung des „Pakt für den Nachmittag“ im Landkreis Gießen darf auf keinen Fall dazu führen, dass wie von der schwarz-grünen Landesregierung geplant  an den Grundschulen und Gymnasien in der Universitätsstadt Gießen Lehrerstellen entfallen.

Privatschulen als Bereicherung

Wir verstehen Schulen in privater Trägerschaft als eine Bereicherung der Schullandschaft in Gießen.

Flexible und offene Schulbauten

Bei Neubau und Umbau von Schulen sollen Möglichkeiten geschaffen werden, Schulräume flexibel und offen zu gestalten. Eine Ausstattung aller Klassenräume mit neuen Medien ist ein weiteres wichtiges Ziel, damit Unterricht in Gießen wirklich nach den neuesten pädagogischen Erkenntnissen angeboten werden kann. Daneben sind die Außenanlagen und Schulhöfe so zu gestalten und zu pflegen, dass sie für Schülerinnen und Schüler nicht nur in den Pausen attraktiv sind, sondern auch an Nachmittagen als Spiel- und Sportraum dienen. Die Schulhöfe sollen dabei nicht nur jugend- sondern auch erwachsenengerecht ausgestattet werden.

Schüler aus dem Landkreis an Gießener Schulen

Aufgrund der Vielfalt der Schulformen ist die Stadt Gießen auch für Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Gießen ein interessanter Lernort. Die Gießener Schulen sind offen für diese Schülerinnen und Schüler. Allerdings haben Jugendliche aus der Stadt Gießen Vorrang bei der Auswahl der Schule. An den sachlichen Kosten der Ausbildung der Kinder aus dem Kreis ist der Landkreis Gießen kostendeckend zu beteiligen.

Drogen- und Gewaltprävention an Schulen

Die Schulen als Spiegelbild unserer Gesellschaft bleiben von Gewalt und Drogenkriminalität nicht verschont. Viele Probleme von Jugendlichen, auch aus unterschiedlichen Herkunftsländern, werden hier offenbar. Es muss deshalb auch weiterhin Sozialarbeit in den Schulen stattfinden, die sich dieser Probleme annimmt. Nur eine offene Zusammenarbeit zwischen Schulgemeinde, Stadt und Justiz ist geeignet, das Problem wirksam zu bekämpfen und um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Hierbei haben die "Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Schulen" (AGGAS) und die Aktion "Schule machen ohne Gewalt" (SMOG) schon wertvolle Arbeit geleistet und sollen diese auch weiterhin leisten. Insbesondere zur Prävention von Gewalt gegen und zwischen Kindern und Jugendlichen soll jedes Kind in Gießen während seiner Grundschulzeit ein geschlechterübergreifendes Trainingsprogramm absolvieren, das es Schülern ermöglicht, in Problemsituationen eigenverantwortlich zu handeln. Eltern und Lehrer müssen in diese Programme einbezogen werden. Die Finanzierung dieser Gewaltprävention muss mit dem Staatlichen Schulamt, der Landesregierung und den Eltern abgestimmt werden.Die bisherige Arbeit des rotgrünen Magistrates auf diesem Gebiet ist unzureichend. Auch muss verhindert werden, dass der geplante Abbau  der schwarzgrünen Landesregierung bei den  in Gießen tätigen  Schulpsychologen umgesetzt wird, da dieser das Wohl der Gießener Schulkinder gefährden würde.

Schulentwicklungspläne regelmäßig fortschreiben

Schulentwicklungspläne müssen regelmäßig fortgeschrieben werden. Bei Fortschreibungen werden wir darauf achten, dass die differenzierte und vielfältige Schullandschaft in Gießen erhalten bleibt, kein einziger Schulstandort geschlossen wird und die erforderliche Abstimmung mit dem Landkreis Gießen stattfindet, mit dem bereits eine enge Zusammenarbeit verabredet wurde. Der Magistrat muss zeitnah alle Schulentwicklungspläne der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorlegen.

EDV-Ausstattung und W-Lan sicherstellen

Gießens Schulen verfügen über eine sehr gute EDV-Ausstattung. Alle Schulen sind ausgestattet mit modernen Unterrichtsmitteln wie z.B. Smartboards und Multimediawagen. Wir sprechen uns dafür aus, dass in den Schulen auf Wunsch der Schulgemeinde auch drahtlose Funknetzwerke zum Einsatz kommen.

Der hohe Versorgungsgrad an den Gießener Schulen wirft neue Probleme bei der technischen Unterhaltung auf. Das Gießener M@uszentrum alleine kann diesen Arbeitsanfall nicht bewältigen. Erforderlich sind neue Modelle für den technischen Support. Eine Privatisierung dieser Dienstleistung muss ergebnisoffen  geprüft werden.

Finanzielle Selbstständigkeit für selbstständige Schulen / Budgetierung

Schulleiter erhalten immer mehr Verantwortung für ihre Schule, sowohl im Personalbereich wie auch bei der Verwaltung staatlicher Gelder. Diesem vom Land  gewährten Vertrauen in die Kompetenz der Schulleiter sollte die Stadt Gießen nicht nachstehen. Vor allem bei der Verwaltung der den Schulen zugewiesenen Mitteln, ist den Schulleitungen mehr Selbstständigkeit zu gewähren und Handlungsfreiheit einzuräumen.

Wir unterstützen besonders die Anstrengungen der Schulen, die das Angebot "Selbstständige Schule“ des Landes Hessen wahrnehmen.

Schülerbetreuung an Gießener Grundschulen ausbauen

An allen Gießener Grundschulen bietet die Stadt Gießen als freiwillige Leistung Schülerbetreuung an, um Eltern eine Vereinbarkeit von Schule und Beruf zu ermöglichen.  Wir stehen für den weiteren Ausbau dieser kommunalen Dienstleistung zu bezahlbaren  Konditionen.

Volkshochschule

Die Gießener Volkshochschule leistet eine hervorragende Arbeit, insbesondere im Bereich der Integration. Dennoch ist es nur schwer zu vermitteln, warum Stadt und Landkreis Gießen zwei getrennte Volkshochschulen betreiben. Deshalb stehen die Freien Demokraten weiter für eine Zusammenlegung der beiden Volkshochschulen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll zunächst eine intensive Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen stattfinden, bei der beide Volkshochschulen wechselseitig Aufgaben der jeweils anderen Volkshochschule mit übernehmen. Dadurch kann bereits jetzt in beiden Volkshochschulen Personal eingespart werden.

Des Weiteren halten wir es für vertretbar, statt zwei Semesterprogrammen nur noch ein Jahresprogramm herauszugeben und zur Verbreitung dieses Programms stärker als bisher auf das Internet zu setzen.Die Kursgebühren sollen auf den Betrag von 2012 reduziert werden.