Starke Hochschulen
Die Stadt muss ihre Chancen als Hochschulstandort und Innovationsmotor der Region weiter festigen. Insbesondere im Hinblick auf die angespannte Situation rund um den Hochschulpakt muss die Universitätsstadt Gießen erst recht hinter ihren Hochschulen stehen, denn sie sind das Aushängeschild und ein großer Anziehungspunkt junger Menschen in unserer Stadt.
Während der Vorlesungszeit kommen täglich mehrere tausend Studierende nach Gießen. Das Angebot des ÖPNV muss unter Berücksichtigung der Hochschuleinrichtungen weiter verbessert werden. Stadt und Hochschulen müssen ein gemeinsames Konzept erarbeiten, inwieweit der erforderliche Parkraum unter Berücksichtigung der Interessen der Studierenden, der Bediensteten und der Anwohner weiterhin kostenfreisichergestellt werden kann und nicht noch weiter eingeschränkt werden muss.
Die Taktung der Bus- und Bahnverbindungen innerhalb Gießens ist im Hinblick auf die Belange der Hochschulen zu überprüfen und dabei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem RMV zu suchen. Wo nötig, sind Anpassungen – insbesondere die Angleichung der Bustaktungen an Veranstaltungszeiten und Bibliotheksöffnungszeiten – vorzunehmen. Nur so kann erreicht werden, dass der Verkehr zwischen den Hochschuleinrichtungen stärker auf den öffentlichen Nahverkehr verlegt wird. Die Vertreter der Stadt Gießen müssen im Aufsichtsrat des RMV auch die Interessen der Studierenden vertreten. Die Stadt Gießen muss den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Semestertickets aktiv unterstützen.
Der Ausbau der Hochschulen – insbesondere der JLU und der THM – ist zu begrüßen, um Gießen nachhaltig als starken Hochschulstandort zu erhalten. Der Platz vor dem Universitäts-Hauptgebäude erfreut sich als abendlicher Treffpunkt großer Beliebtheit. Aufgrund von Lärmbeschwerden hat die Universitätsleitung in der Vergangenheit leider die Möglichkeiten des Zusammenkommens immer weiter eingeschränkt, sei es durch Abgaben von störenden Tonfrequenzen, dem Einsetzen eines Sicherheitsdienstes oder der Montierung von Bänken, die der defensiven Architektur zuzuordnen sind. Die Stadt sollte sich der Bedeutung dieser Flächen für das öffentliche Leben bewusst sein und auf die Universitätsleitung einwirken, diese Flächen durchgehend zugänglich und attraktiv zu halten. Weiterhin sind Campuswege oftmals auch Wege Der Öffentlichkeit. Die Stadt sollte mit der Universität zusammenarbeiten, um eine Verkehrssicherheit auf den Campussen auch in der Nacht sicherzustellen
Weiterhin soll sich die Stadt für eine stärkere Verbindung von Hochschulen und heimischen Unternehmen engagieren.
